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Datenschutz – Vertrauliche Gespräche

Donnerstag, 26. November 2009
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Guten Tag!

Heddesheim, 26. November 2009. Fast jeder hat heute ein Handy, vom Grundschüler bis zum Rentner. Wer öffentlich damit telefoniert, sollte sich aber überlegen, welche persönlichen Daten er dadurch über sich preisgibt. Viele Unternehmen haben schon längst die Gefahren einer solchen “Datenübermittlung” erkannt und Verhaltensregeln fürs Handy-Telefonieren aufgestellt. Unser Autor Peter Kröffges schildert an konkreten Beispielen, was Sie tun und was Sie vermeiden sollten.

Von Peter Kröffges

Wenn Sie aufmerksam und neugierig Plätze aufsuchen, an denen Menschen verweilen und warten müssen, können Sie interessante Beobachtungen machen und erfahren sehr viel über ihre Mitmenschen. Wenn Sie sich beispielsweise einen Überblick verschaffen wollen, was Jugendliche oder Kinder heute tatsächlich beschäftigt, fahren Sie einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie erhalten einen Einblick in die „IN“ und „OUT“ Rangliste in Bezug auf das aktuelle Musikangebot oder die im Trend liegende Freizeitbeschäftigung. Eine Fahrzeit von 30 Minuten mit einer Gruppe von Schülern reicht, um sich auf den neuesten Stand zu bringen.

Sie werden jetzt vielleicht denken, “mir ist dies bewusst” oder belächeln gar das Verhalten unserer Kinder und pubertierenden Jugendlichen, denn so etwas kann uns auf keinen Fall passieren. Ist das so?

Versetzen Sie sich in folgende Situation: Sie haben beim Hausarzt ihres Vertrauens eine Blutprobe abgegeben, können aus Termingründen nicht wieder in die Praxis und erwarten dringend den Rückruf, ob bestimmte Werte noch im „Sollbereich“ sind. Dieser Anruf kommt ausgerechnet an der Kasse im Einkaufsmarkt oder in der Straßenbahn. Jetzt sind Sie ein vorsichtiger Mensch und melden sich nur mit „Hallo“ oder „Ja“ – schließlich braucht nicht jeder Ihren Namen zu erfahren. Es ist garantiert jetzt der Fall, dass genau in diesem Moment die Mobilfunkverbindung nicht gut genug ist und Sie nachfragen müssen: „Wie hoch war noch mal der Cholesterinwert?“

Eine umsichtige Arzthelferin, auf die ordnungsgemäße Identifikation ihrer Person und guten Service bedacht, wird aber zuerst nachfragen: Um zu prüfen, dass auch der richtige Patient am Apparat ist, will sie ihr Geburtsdatum und vielleicht die Versichertennummer wissen – Sie entscheiden, ob Sie diese jetzt öffentlich nennen. Ich würde es nicht tun, sondern nach dem Verlassen der Bahn einen Ort aufsuchen, an dem niemand mithört und zurückrufen.

Für „Profilauscher“ sind dies nämlich willkommene Informationen, die, wenn die Zeit dafür gekommen ist, auch sinnvoll und meist “gewinnbringend” genutzt werden. Das können auch Arbeitskollegen sein, die gar nicht vorsätzlich lauschen – sondern nur zuhören. Wer weiß, wann die dadurch erhaltenen Informationen mal wichtig sein könnten?

In der Wirtschaft haben dies Unternehmen schon seit einigen Jahren erkannt und spezielle Verhaltensregeln für die Mitarbeiter erlassen. Auch haben sich viele deutsche Unternehmen auf die technischen Möglichkeiten von Tätern eingestellt und entsprechende technische Vorsichts- und Schutzmaßnahmen getroffen.

Um sicher zu sein, dass Sie selbst Ihre Privatsphäre nicht unnötig “veröffentlichen”, analysieren Sie Ihr Verhalten. Denken Sie darüber nach, wann und wo Sie mit wem über was schon am Handy in der Öffentlichkeit geplaudert haben. Wenn Sie sich diese Fragen schon gestellt haben, sind Sie eher auf der sicheren Seite. Wenn nicht, gehe ich fast sicher davon aus, dass Sie mehr oder weniger häufig unüberlegt sensible Daten über sich preisgegeben haben.

Deshalb: Führen Sie Telefongespräche, egal ob vom Festnetz oder Handy, immer vertraulich. Bieten Sie, auch wenn es zusätzliche Kosten verursacht, bei sensiblen Themen lieber den eigenen Rückruf an. Nehmen Sie sich die „neue“ Freiheit, nicht immer und überall für jeden erreichbar sein zu müssen.

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3 Kommentare zu “Datenschutz – Vertrauliche Gespräche”

  1. Leserin E.

    Ich habe zwar ein Handy, nutze dieses aber ausschliesslich und sehr selten nur innerhalb der Familie für kleine und – hoffentlich nie – für große Notfälle. Etwa wenn eine Verabredung mit Mann oder Tochter kurzfristig verschoben wird und ich unterwegs und nicht über mein Festnetztelefon erreichbar bin, oder falls mir einmal etwas passieren sollte. Weder Freunde noch Bekannte haben meine Handynummer, auch sonst gebe ich sie nirgends an. Nichts ist so wichtig, dass es nicht warten könnte, bis ich wieder zuhause bin. Es ist daher nahezu ausgeschlossen, dass ich irgendwelche privaten Angelegenheiten in ein Telefon brülle, wenn ich mich bsp. in einem vollbesetzten Bus befinde.
    Außerdem: Immer erreichbar müssen nur Knechte und Dienstboten sein.

    #3303
  2. Tommes

    Über was sich manche Menschen einen Kopf machen … unglaublich. An allen Ecken wird Misstrauen gegenüber seinen Mitmenschen propagiert. “Sind sie vorsichtig “, “Achtung – Feind hört mit”, “Verdecken sie aber auch ja ihre Pineingabe am Bankautomaten”, “den Browser an ihrem Rechner deinstallieren sie am besten, denn jeder Zugriff hinterlässt Spuren”, etc. etc. Dies nimmt in diesem unseren Land langsam aber sicher groteske Züge an.

    Meine Güte….wer ist denn so wichtig und hat soviele Informationen preis zu geben ? Kein Mensch.

    Mir ist doch Wurscht, wer was wann von mir mitbekommt, sofern es sich nicht um Informationen handelt, die man durch seinen gesunden Menschenverstand eh nicht Hinz und Kunz zum besten geben würde, bzw. sollte.

    Am besten man igelt sich in seinen eigenen 4 Wänden ein und lässt die Rolläden herunter.

    Man könnte meinen wir leben in einem “Schurkenstaat”. ACHTUNG – Jede Information wird gegen sie verwendet. Die Stasi lässt grüßen.

    Wenn irgendein Marktforscher mitbekommt, daß es heute bei uns Kartoffelsalat zu Mittag gibt, dann sollen sie mich, von mir aus in ihre Kartoffelsalaterhebung 2009 mit aufnehmen. Wenn sie Spass dran haben – Bitteschön.

    #3302
  3. kompakter

    hallo,

    mal ganz ehrlich – eigentlich sollte das doch alle klar sein oder? tasächlich aber nicht ,wie ich jeden morgen in der bahn nach mannheim feststellen kann.
    ich hab ehrlich noch nicht so viel drüber nahcgedacht, aber wenn ich jemandem böse wollte, wird da jede menge privates zeug “veröffentlicht”: wann das kind nach hause kommt, die mama, der papa – man muss nur zuhören, dann wieß man, wann keiner zuhause ist.

    #3300

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