Es geht ein Riss durch´s Dorf…
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Leserbrief: Eva Martin-Schneider
Unser Dorf zerschneiden nicht nur zwei Strassen, über die als Fußgänger zu kommen ein kleines Unterfangen ist, sondern seit Neuestem auch die Meinungslager zum „Pfenning-Projekt“.
Es bewegt sich was!
Ich achte und respektiere jede Meinung (… auch wenn es bitter ist). Ich habe meine demokratische Lektion gelernt. Doch was tue ich mit den Unentschlossenen? Wie hilflos fühle ich mich einer solchen Un-Haltung gegenüber?
Wo bleibt unsere Zivilcourage? Geht die Angst um?
Wir schimpfen zu Recht auf unsere Politiker, die uns, und das nicht erst seit „gestern“, an der Nase herumführen.
Sie halten ihre Wahlversprechen nicht ein!
Wir schimpfen zurecht auf die Manager, die sich ihren unersättlichen Wanst mit unserem erwirtschafteten Geld vollstopfen, – auf die Großkonzerne, die fusionieren, expandieren, insolvent werden , um sich dann gesund zu schrumpfen.
Laissez-faire! – Lasst sie nur machen!
Im Dorf eifern wir am Stammtisch, im Verein, in den Parteien, im Freundeskreis den großen „Vorbildern“ nach: Wir Zauberlehrlinge jonglieren mit Zahlen, Statistiken, Arbeitsplätzen, Synergieeffekten, Innovationen, Visionen… etc. – mehr oder weniger gekonnt.
Wow! …0,8% Wachstum! … 20.-40.-60.000 Lkw-Bewegungen statt 80.000 … 6,3 mg/Kubikmeter Luft… Emissions-Feinsstaubgeblubber…. Ich kann mir das nicht so recht vorstellen und folglich auch leider nichts damit anfangen.
Wenn zudem Bekannte und Freunde die Straßenseite wechseln, aus Angst nach ihrer Meinung befragt zu werden. Oder wie soll ich es bitte anders deuten, wenn mir jemand sagt, er wolle mit einem “Nonkonformisten” nichts zu tun haben? Das zeugt nicht nur von demokratischer Unreife, sondern ist für mich ein Wink aus grausligen Zeiten.
Dort endgültig angekommen sind wir mit der Tatsache, dass Leute mit Konsequenzen bedroht werden, falls sie ihren „falschen“ Standpunkt öffentlich vertreten. Nun schaut und kontrolliert man genau, ob diesen „Abtrünnigen“ nicht vielleicht etwas „Widerrechtliches“ unterläuft.
Woher kommt diese Obrigkeitshörigkeit, die uns schon immer in „Teufels Küche“ gebracht hat?
Ich kann nicht glauben, dass wir so bequem geworden sind!
Ich will nicht glauben, dass wir wieder soweit sind und wie Schlachtvieh hinter unseren Metzgern herlaufen!
„Und der Glaube versetzt Berge“, steht in der Bibel. Deswegen werde ich den Kopf nicht hängen lassen!
Ich will einem Quantensprung Heddesheims nicht im Wege stehen!
Ich will aber meine Meinung sagen dürfen ohne als „Verrückte“ diskriminiert zu werden!
Eva Martin-Schneider








Guten Abend Herr Schultz,
danke für ihren Beitrag.
Ich möchte kurz moderieren:
Vielleicht sind Sie und Frau Martin-Schneider nicht so weit auseinander. Sie beide äußern sich zur Verantwortung und zu “Keilen” und “Rissen”.
Lesen Sie dazu bitte meinen Beitrag: Herr Kessler ist in Not und dort den Passus: Erschlagt den Boten.
Frau Martin-Schneider hat ihren Sorgen Ausdruck verliehen und keinem der Verantwortlichen unterstellt, jemandem bewusst schaden zu wollen.
Sie befürchtet nur, dass Schaden entsteht, weil man an einer Entscheidung festhält, ohne wirklich alle Folgen zu prüfen.
Sie stellt sich diese Fragen und sucht das Gespräch und wird angefeindet.
Diese Erfahrungen machen auch andere Menschen, die nicht verstehen, warum sie keine Fragen stellen dürfen. Und das kann einen durchaus schon an viele Zeiten erinnern, die nicht gut für Fragesteller ausgegangen sind.
Das, lieber Herr Schulz, hat wenig mit Poesie zu tun, sondern eher mit Geschichte. Schreiben Sie doch auf, wann und wo kritische Fragesteller einen Orden bekommen haben – soweit ich mich erinnere, war das ausnahmslos post mortem.
Zurück zum Faktischen: Sie haben das schön vorgerechnet: Also 6 Lkw/h. Dabei haben Sie aber eine falschen Annahme getroffen: Pfenning baut nicht für 6 Lkw/h, das sind die, die um und durch Heddesheim fahren, also nach Pfenning-Angaben 5 Prozent (alle Lkw bei Pfenning wären dann 120 Lkw/h).
Für Heddesheim, da bin ich wieder bei Ihnen wären das 6/h, sagen wir 4 über den Ring, 2 durch den Ort plus den Berufsverkehr und dass auf den Verkehr, den wir schon haben.
Was ich damit sagen will: Man kann es schön- und schlecht-Rechnen.
Darum geht es aber nicht. Es geht um das Miteinander in diesem Beitrag und das ist zur Zeit in Heddesheim nicht sehr schön, oder sind Sie anderer Meinung? Und die nächste Frage ist: Sind die, die sich Sorgen machen verantwortlich dafür, oder die, die nicht darüber reden wollen?
Freue mich über Antwort
Hardy Prothmann
P.S. Der Glaube hat schon mehr Berge versetzt, als alle Ingenieure dieser Welt zusammen. Das widerspricht nicht ihrem Aufruf nach Vernunft, sondern bestätigt ihn und hält Sie davon ab, bei Glaubensfragen die Vernunftsebene zu verlassen. Da bin ich sicher.
Toll, was man hier alles lesen kann. Das ist Pfennig-Logistik Poesie. Vergleiche mit grausligen Zeiten. Welche Zeiten? Da gab es ja wohl schon viele und wie mir scheint, nimmt das auch kein Ende. Dieser Vergleich ist doch wohl etwas theatralisch.
Irgendwie kommt das aber alles aus einer Ecke so scheint es. Ein Volk von Dichtern und Denkern. Ein literarischer Zirkel?.
Hier braucht keiner Angst zu haben. Viel mehr erzeugt die ganze Inzenierung Unbehagen. Interpretiert hier nicht soviel Theater rein. Hier geht es um Heddeheim und seine Bürger und nicht um Kaffeehausgeplaudere.
Der Autorin sei erklärt, 80tsd LKW-Bewegungen = 40tsd LKW. 1 LKW ca. 16m lang. = 640 Km. Das Ganze sagen wir mal durch 320 Arbeitstage, (weil es sich so anschaulich rechnet) macht 2 km oder 125 Stück LKW in Heddesheim pro Tag. Das Ganze durch 20 Arbeitsstunden, dann sind das bloß 6,25 LKW pro Stunde. Jetzt schauen sie sich das riesige Arial an, das der Geschäftsmann und Logistiker für 6 LKW/Stunde baut.
Für „Luft… Emissions-Feinsstaubgeblubber“ habe ich keine Definition gefunden, aber wenn sie den Dreck eines LKW meinen?! Einfach mal an einen LKW herantreten. Wenn der freundliche rumänische Kraftfahrer für sie den Motor mal eine Stund laufen lässt, dann gibt’s wohl Geblubber.
Mir scheint, dass einigen Leuten nicht an Konsens gelegen ist, hier geht es um knallhartes abwatschen. So kommen wir nicht weiter. Sehr aggressive Stimmung, wenig förderlich im Umgang miteinander.
Ich kann nicht glauben, dass unsere Heddesheimer Volksvertreter, Ratsmitglieder und Verwaltungsangestellten unserem Heddesheim schaden wollen und werden. Es ist schädlich für uns alle, wenn wir es zulassen, dass Keile getrieben werden.
Es geht um die Zukunft Heddesheims und seiner Bürger. Diese gilt es zu gestalten. Dies müssen wir gemeinsam tun. Wir können eben nicht darauf warten, dass der Glaube Berge versetzt. Wer das glaubt wartet nur bis sich was von alleine bewegt.
Also, mit Vernunft für Heddesheim.
mark793, Montag, 11. Mai 2009, 16:21
Naja,
das ist mehr so die journalistische Achtelbildung, die einen befähigt, überall klug mitzureden – auch da, wo man nicht wirklich die Ahnung hat.
hardy prothmann, Montag, 11. Mai 2009, 16:03
bin doch immer wieder überrascht
über welch umfangreiche Bildung der Herr Mark793 verfügt
mark793, Montag, 11. Mai 2009, 15:58
Warum muss ich bei der Geschichte
an das Stück “Ein Volksfeind” von Henrik Ibsen denken?